Forschung

Das Moor als Gegenstand wissenschaftlichen Interesses – auch dies ist eine Seite des Ahlenmoores. Schon vor mehr als 100 Jahren waren die Moorlandschaften der Region Ziel von Forschern. Der Fokus, unter dem sie das Moor betrachteten, ist dabei immer höchst unterschiedlich gewesen. Ein Blick in unsere im Aufbau befindliche Bibliographie vermittelt einen Eindruck von der Vielfalt der Arbeiten, in denen das Ahlenmoor eine Rolle spielte – und immer noch spielt.
Aktuelle Forschungsprojekte 2010
Die Entdeckung des Ahlenmoores – Aneignungen einer Landschaft im 20. Jahrhundert
Das Ahlen-Falkenberger Moor ist seit 1915 nach dem Prinzip der deutschen Hochmoorkultur unter Einsatz von Straf- und Kriegsgefangenen systematisch kultiviert worden, um es landwirtschaftlich zu nutzen. Parallel und in Konkurrenz dazu spielt seit 1900 auch der Naturschutz eine wechselnde Rolle im Ahlenmoor.
Am Beispiel des Ahlenmoores und seiner wechselvollen Geschichte geht Roland Ahrendt (Leuphana Universität Lüneburg / MoorInformationszentrum Ahlenmoor) in seiner umweltgeschichtlich orientierten Magisterarbeit der Frage nach, wie sich eine moderne Gesellschaft im frühen 20. Jahrhundert ein Moorgebiet aneignet. Welche Konzepte entstehen dabei in Konkurrenz zu welchen anderen? Welche Vorstellungen von Landschaft bzw. Raum stehen hinter diesen Nutzungskonzepten? Neben den physischen Veränderungen der Landschaft steht dabei insbesondere die zeitgenössische Wahrnehmung des Moores und seiner Veränderungen im Blickfeld.
Das Vorhaben ist mit dem Aufbau einer Ahlenmoor-Bibliothek im MoorInformationszentrum gekoppelt und wird durch den Förderverein Ahlenmoor finanziell gefördert.
Abgeschlossene Forschungsprojekte
Klimaschutz – Moornutzungsstrategien
Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie hat im im Ahlenmoor Messungen über die Freisetzung von klimarelevanten Gasen vorgenommen. Dieses Vorhaben stand in Zusammenhang mit der aktuellen Klimaschutzdebatte: Die Messungen waren Bestandteil eines Verbundprojektes, bei dem es darum ging, Synergien zwischen Moorschutz und Klimaschutz herauszufinden. Es wurde erforscht, welchen Beitrag alternative Moornutzung zum Klimaschutz leistet und welche betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Effekte eine auf Klimaschutz fokussierte Moornutzung und Renaturierung erzielen kann. Das Vorhaben wurde vom Bundesforschungsministerium gefördert und vom Moorinformationszentrum (MoorIZ) unterstützt.
Untersuchung hochmoorspezifischer Schmetterlinge und Libellen
Die Studentin Leonie Kuhlke von der Fachhochschule Osnabrück hat im Rahmen ihrer Diplomarbeit im Sommer 2008 die hochmoorspezifischen Schmetterlinge und Libellen untersucht, die in intakten oder fast intakten Bereichen im Ahlenmoor zu finden sind.
Die Arbeit stand in intensivem internationalen Kontakt zu MitarbeiterInnen der niederländischen Staatsforst- und Naturschutzverwaltung Staatsbosbeheer sowie der niederländischen Tagfalterarbeitsgruppe Drenthe, die bereits in den letzten Jahren die drei Hochmoorschmetterlingsarten im Ahlenmoor näher erforscht haben. Das parallele Vorkommen des Großen Wiesenvögelchens (Coenonympha tullia), des Hochmoor-Perlmutterfalters (Boloria aquilonaris) und des Hochmoor-Bläulings (Plebeius optilete) im Ahlenmoor ist eine Besonderheit, da die meisten Moore in Deutschland heute durch Torfabbau, Forst- und Landwirtschaft zerstört sind.
Mit der Diplomarbeit sollte u.a. ein Monitoring-Programm in Gang gesetzt werden, das mögliche Veränderungen in der Bestandsgröße dieser hochgefährdeten Tagfalterarten über einen längeren Zeitraum dokumentieren kann.
Unterstützt wurde die Arbeit auch von der BIOS (Gutachten für ökologische Bestandsaufnahmen, Planungen und Bewertung, Osterholz-Scharmbeck), dem Naturschutzamt im Landkreis Cuxhaven und natürlich dem Moorinformationszentrum (MoorIZ).