Fledermaus, der kleine Abendsegler

Unser Bild im Juni

Der Kleine Abendsegler Nyctalus leisleri steht als „Fledermaus des Jahres 2026/27“ im Rampenlicht, um auf die besonderen Herausforderungen dieser typischen Waldart aufmerksam zu machen. Er hat ein glattes, glänzend braunes Fell und extrem schmale Flügel. Diese machen ihn zu einem sehr schnellen Jäger, wobei er in großen Höhen über Baumwipfeln und Gewässern Jagd auf Nachtfalter und kleine Insekten macht.

Im Landkreis Cuxhaven wurde der Kleine Abendsegler an mehreren Stellen nachgewiesen, in Niedersachsen kommt er fast überall vor, in Richtung Nordwesten aber weniger. Vielleicht haben wir ihn hier im Ahlenmoor nur noch nicht bestimmen können? Er bevorzugt alte Laubmischwälder, vielleicht wohnt der Kleine Abendsegler Am Hohen Kopf? Es wurden in den letzten Jahrzehnten immer mehr Fundorte beschrieben, was an einer verbesserten Nachweismethode liegen könnte.

Andere Arten bei uns sind z.B. Mopsfledermaus Barbastella barbastellus: Sie lebt in alten Bäumen und unterirdischen Quartieren.

Wasserfledermaus Myotis daubentonii: Die Wasserfledermaus verdankt ihren Namen dem speziellen Jagdverhalten an Stillgewässern oder langsam fließenden Flüssen und Bächen. Dort findet sie ausreichend Nahrung, hauptsächlich Zuckmücken, daneben auch Köcherfliegen, Eintagsfliegen und Schmetterlinge. Wie alle Fledermäuse ist auch diese Art stark gefährdet und streng geschützt.

Teichfledermaus Myotis dasycneme: Für den Schutz der Art wurde extra an diversen Still- und Fließgewässern im südlichen Landkreis Cuxhaven das FFH-Gebiet bzw. Naturschutzgebiet „Teichfledermausgewässer“ ausgewiesen. Die Art jagt entlang der Gewässer bzw. über der Wasseroberfläche nach Insekten und hat hier bedeutenden Wochenstubenquartiere, wo sie ihre Jungen zur Welt bringt.

Große Bartfledermaus Myotis brandtii:. Sie ist vor allem in alten Laubwäldern und Parkanlagen anzutreffen.

Großes Mausohr Myotis myotis: zählt zu den am stärksten gefährdeten Fledermausarten in Niedersachsen. Sie lebt in alten Gebäuden und Baumhöhlen und benötigt ruhige Winterquartiere.

Seit 1950 erlitten die Fledermäuse in Deutschland drastische Bestandsrückgänge. Ursache sind ausschließlich komplex zusammenwirkende, von Menschenhand verursachte Faktoren, u.a. der Quartierverlust durch Dachsanierung oder Störung der Winterquartiere, die schleichende Vergiftung durch Biozide und deren Abbauprodukte in ihrer Nahrung, vorrangig aber der Verlust von Lebensräumen sowie der Nahrungsverlust als Folge der Uniformierung der Landschaft. Diese Faktoren führten teilweise zu einem regionalen vollständigen Aussterben einzelner Arten. Inzwischen wurden Fledermausschutzgebiete eingerichtet und es wird versucht, mit Aufklärungskampagnen mehr Menschen für den Schutz dieser kleinen Flieger zu begeistern. Wir sind es schon.

Fledrige Grüße aus dem MoorIZ

Bennett

 

Bild: Fledermaus | Foto Grafie Farina Grassmann

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